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Verschärfte Massnahmen

Versicherungsbetrug ist ein Offizialdelikt.

Auch die Helvetia Patria Schweiz hat die Notwendigkeit eines gezielten Vorgehens erkannt. Einerseits wurden interne Massnahmen getroffen: Verschärfung der Risikoselektion und der Annahmerichtlinien in besonders gefährdeten Sparten; betrugsresistentere Gestaltung von Produkten und Werbung; Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeitenden, vor allem der Schadenorganisation; Anstellung von Betrugsspezialisten mit kriminalpolizeilichem Know-how. Andererseits hat der Versicherungsverband ein Konzept zur Betrugsbekämpfung erarbeitet. Er hat eine Plattform geschaffen, welche die Bekämpfungsaktivitäten koordiniert, Informationen sammelt und weitergibt, Meinungsumfragen durchführt, Kontakte mit Behörden und Organisationen im In- und Ausland unterhält und eine datenschutzkonforme, zentrale Datensammlung betreut. Die Helvetia Patria Schweiz arbeitet in den zuständigen Verbandsgremien aktiv mit.

Professionalisierte Betrugsbekämpfung
Die Bekämpfung des Versicherungsbetrugs ist für die Versicherer eine heikle Gratwanderung. Einerseits gilt das Vertrauensprinzip zwischen Versicherer und Versicherten. Die Mitarbeitenden dürfen nicht jeden Kunden zum vornherein als potenziellen Betrüger betrachten, sondern haben ihm als vertrauenswürdigen Vertragspartner zu begegnen. Bei allem Vertrauen müssen sie aber auch zur Wachsamkeit angehalten werden. Sobald sie Anhaltspunkte für betrügerisches Verhalten erkennen, ist konsequentes, aber korrektes Handeln geboten. Um bei dieser Gratwanderung nicht abzustürzen, müssen Sicherungen eingebaut werden. Eine der Wichtigsten ist die Professionalisierung der Betrugsbekämpfung.

Eigene Fachstelle
Helvetia Patria Schweiz hat 1998 eine Fachstelle für Betrugsbekämpfung geschaffen. Sie ist besetzt mit ehemaligen Polizeibeamten, die über kriminalpolizeiliche Ausbildung und Erfahrung – auch im Bereich Wirtschaftskriminalität – verfügen. Die Fachstelle ist direkt dem Leiter Schaden Center Schweiz unterstellt. Das Schwergewicht ihrer Tätigkeiten liegt in der Aufdeckung konkreter Betrugsfälle. Sie weist hier denn auch grosse Erfolge aus. In den letzten drei Jahren hat die Fachstelle Forderungen im Gesamtbetrag von durchschnittlich über CHF 4 Mio. pro Jahr als betrügerische Forderungen erkannt und abgelehnt. Unterstützt wird die Fachstelle dabei von den Mitarbeitenden der Schadenorganisation sowie des Rechtsdienstes.

Darüber hinaus betreibt die Fachstelle Informations-, Aufklärungs- und Beratungsarbeit innerhalb des Unternehmens. Sie unterstützt das Produktmanagement mit dem Ziel, zweifelhafte Risiken von der Gesellschaft fern zu halten. Hinzu kommen Ausbau und Pflege wichtiger Netzwerke mit Polizeistellen, Untersuchungsbehörden, privaten Ermittlern und Fachstellen der Mitbewerber.

Der Erfolg der Fachstelle und die zunehmende Sensibilisierung der Mitarbeitenden sind nicht ohne Folgen geblieben. Die Zahl der zu bearbeitenden Fälle nimmt stetig zu. Im Jahr 2003 waren es 170 Fälle. Der Trend hält an. Auch die interne Referats- und Schulungstätigkeit ist mehr und mehr gefragt.

Überdies beschäftigen Fälle, in denen Mitarbeitende von Kunden massiv bedroht werden, die Fachstelle zunehmend. Sie wird deshalb noch dieses Jahr weiter ausgebaut. In der Betrugsbekämpfung liegt noch viel Potenzial.

Ehrliche Kunden profitieren
Helvetia Patria bekennt sich klar zur konsequenten Betrugsbekämpfung. Sie nimmt diese ernst und setzt sie professionell um, im Interesse der die grosse Mehrheit ausmachenden ehrlichen Kunden. Betrüger gehen zunehmend schlechteren Zeiten entgegen. Die ehrlichen Versicherten hingegen werden die Nutzniesser sein.

Werner Hagmann
Leiter Schaden Center
Helvetia Patria Schweiz

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