Der Helvetia Patria wurde letztes Jahr von der Generalversammlung ein genehmigtes Aktienkapital bewilligt. Wie sieht dessen Verwendungsweck aus?
Wir haben dieses Kapital bisher nicht beansprucht und werden diese Kapitalerhöhung auch nur durchführen, wenn wir überzeugt sind, für unsere Eigentümer Mehrwerte zu schaffen. Neben der Finanzierung des organischen Wachstums ist auch eine Verwendung für eine Akquisition denkbar. Nachdem wir in den vergangenen Jahren stets Unternehmungen oder Portefeuilles aus den eigenen Mitteln finanziert haben, wäre ein weiterer grösserer Firmenkauf ohne Erhöhung des Eigenkapitals nicht mehr möglich. Im Rahmen der Überarbeitung der gesetzlichen Solvabilitätsanforderungen ist zudem zu erwarten, dass die Kapitalanforderungen an die Versicherungsgesellschaften weiter erhöht werden.
Nach der Wahl von Hans-Rudolf Merz in den Bundesrat sind Sie seit letztem Dezember auch Verwaltungsratspräsident der Helvetia Patria. Beinhaltet dieses Mandat neben Ihrer Tätigkeit als Vorsitzender der Geschäftsleitung keine Interessenkonflikte?
Obwohl ich mich sehr über die Wahl von Hans-Rudolf Merz in den Bundesrat freue, kam die schnelle Übergabe des VR-Präsidiums doch überraschend. Der Verwaltungsrat ist jedoch überzeugt, dass dieses befristete Doppelmandat für die Helvetia Patria die beste Lösung darstellt. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, ist ein starker Verwaltungsrat notwendig, welcher sich nicht davor scheut, kritische Fragen zu stellen. Mit fachlich versierten und starken Persönlichkeiten verfügen wir über einen solchen Verwaltungsrat. Zudem wurde die Funktion eines Lead Directors geschaffen, der allfällige Interessenkonflikte aus meiner Doppelfunktion lösen soll.